Bürgerinitiative „Steinhof als Gemeingut erhalten“

„Für die Ärmsten das Schönste“, dieses Motto des Erbauers,
sollte auch weiterhin Maßstab für die Zukunft des
Otto Wagner Spitals am Steinhof sein.

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veröffentlicht am 19. Februar 2016 | von Bürgerinitiative Steinhof

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Die Geschäfte der GESIBA

Kommentar zu: http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/wien/stadtpolitik/?em_cnt=800572

Erst wird ein Grundstück zu einem lächerlich niedrigen Preis gekauft. Damit die Opposition ruhig gestellt wird, darf eine ÖVP-Funktionärin die Angemessenheit des Kaufpreises bestätigen.
Bevor noch der Kaufpreis überwiesen wird, muss die Planung wegen Bürgerprotesten gestoppt werden.
Die Stadt entscheidet das Areal doch nicht zu verkaufen, aber der GESIBA ein Baurecht für eine deutllich kleinere Fläche einzuräumen.
Der Kaufpreis wird – auf 99 Jahre aufgeteilt – zu einem Baurechtszins umgerechnet und jetzt kommt´s:
Von diesem „Kaufpreis“, der in Wahrheit ohnehin schon ein Geschenk war, rechnet die GESIBA noch alle Kosten, die sie bisher hatte, ab. Sogar Kosten für die zwar bezahlte aber aus eigener Schuld nicht zurückgeforderte Grunderwerbssteuer.
Auch Kosten der sog. Entwicklungsplanung, einer Alternativplanung, in die sich die GESIBA mit der Zusage die Hälfte der Planungskosten zu bezahlen, hinein gedrängt hat, werden abgezogen. Lobbyismus bei der Stadt Wien wird von der Stadt Wien bezahlt.
Das Ergebnis des Rechenkunststücks: Ein Baurechtszins von etwa € 150.-/Jahr für 8.000 m2 Bauland.

Der größere Skandal neben dieser Ex-Post-Betrachtung ist aber der Umstand, dass zur Zeit bloß die VAMED und – etwas unbeholfener – die GESIBA ihre Partikularinteressen verfolgen und keine Anstrengungen für eine Gesamtplanung unternommen werden.

Der Bau der neuen großen Spitalsanlagen, in die Abteilugen des OWS abgesiedelt werden sollen, ist im Verzug:
Das Krankenhaus Nord wird vielleicht einmal fertig, wann ist unklar,
Hietzing wurde noch nicht begonnen,
Kaiser Franz Josef Spital ebenso nicht,
Wilhelminenspital wird später als geplant fertig, das Heizwerk ist noch nicht begonnen.
Damit ist der gesamte Absiedlungsplan mit seinen Zewitvorgaben obsolet.
Andererseits hat die Stadt doch Vorteile des Pavillonsystems erkannt: Ein Pavillon wurde zu einem Unterdruckpavillon für die Behandlung hoch ansteckender Krankheiten ausgebaut, weil ein frei stehendes Gebäude mit 50 Meter Abstand zum nächsten Haus besser vor Ansteckung schützt als alle Lüftungsanlagen – vor allem bei Stromausfall.

Mindestens 20 Jahre wird es also noch – entgegen allen offiziellen Zeitangaban – einen sich langsam verkleinernden Spitalsbetrieb im OWS geben. Es gibt keine Planung für die Zukunft. Es gibt keine Magistratsabteilung, die für eine Gesamtplanung einen Auftrag hätte und für Interessenten gibt es auch bei der Politik keinen Ansprechpartner. Dieser nachlässige Umgang mit einem Wertvollen riesigen Stück Stadt, mit einem Baudenkmal ersten Ranges ist der eigentliche und größere Skandal, der vom Rechnungshof allerdings erst ex post kritisiert werden wird.

 


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3 Responses to Die Geschäfte der GESIBA

  1. begeisterter Steinhoffreund says:

    danke für diese erschütternde Darstellung, warum wurden diese Dinge nicht vor der Wahl bekannt gegeben? das fragen sich wahrscheinlich jetzt viele Leute!

    (und dazu noch die Semmelweis Schweinerei, die Trickserei beim Eislaufverein und den Danube Flats usw usw)

  2. Werner Sigle says:

    Bitte verzichtet auf den Bau von Wohnungen im Bereich des Otto Wagner Spitals. Es reicht mit der VAMED. Für mich ist das Areal Weltkulturerbe inklusive des Baumbestandes.

  3. Verner Jensen says:

    Rund 100 Bäume im von Gesiba schon gekauften Bereich, wurden vor etwa 2 Jahren mit winzigen roten Punkten gekennzeichnet. Viele haben sich darüber gewundert und geahnt warum, und jetzt wo die Lage wieder ruhiger ist, sollen die Bäume angeblich ab kommenden Montag, 06.02.2017 gefällt werden, so dass es möglich ist die Gründe zu verbauen – nicht mit so viele Wohnungen wie ursprünglich geplant aber doch so nach und nach kleine Stückschen, die im Endeffekt das selbe Ergebnis bringen.

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