Bürgerinitiative „Steinhof als Gemeingut erhalten“

„Für die Ärmsten das Schönste“, dieses Motto des Erbauers,
sollte auch weiterhin Maßstab für die Zukunft des
Otto Wagner Spitals am Steinhof sein.

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Falter falter steinhof

veröffentlicht am 18. März 2017 | von Wolfgang Veit

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Falter: in der Hölle gelandet

Und wieder Steinhof…

Falter Artikel: https://www.falter.at/archiv/wp/diese-kinder-sind-in-der-hoelle-gelandet

Steinhof , diese unglaublich großzügiger Anlage war zur Zeit der Erbauung ein Ort des modernsten, menschenfreundlichsten Umgang mit geistig abnormen Menschen. In der Zeit des Faschismus setzte eine ebenso unglaubliche Verrohung der Menschen allgemein und besonders jener Menschen, denen andere hilflos ausgeliefert waren, ein. Dass diese Tradition sich bis in die 90er-Jahre halten konnte, ist schockierend. Dass das unter dem Schutzmantel jener Partei geschah, in der Julius Tandler einst formulierte: „Wer Kindern Paläste baut, reißt Kerkermauern nieder“, ist kaum zu begreifen. Aber es ist geschehen.
Die unendlich traurige Geschichte von Steinhof ist sicher ein Grund für die Nichtachtung von Steinhof, für den Versuch Steinhof zu verbauen, unkenntlich zu machen, die Anlage zu beseitigen und damit die Erinnerung an das Geschehene zu vergessen, zu verdrängen, auszulöschen, drüberzubauen. Das kann nicht gelingen.
Diese Geschichte, die gute und die schreckliche muss bei allen Maßnahmen, die dort gesetzt werden, mitbedacht werden. Erinnerung hat den Sinn der Mahnung , dass so Schreckliches nie wieder passieren darf. Die Befolgung des anfänglichen Prinzips: „Für die die Ärmsten das Schönste“ wäre eine ent-schuldigende Vergangenheitsbewältigung. Eine Baugesellschaft ist damit ebenso überfordert wie eine Standortverwertungsgesellschaft, die bloß die Braut zum Verkauf aufputzt.
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P.S.: Am Heldenplatz gibt es ein Gedränge, um ein „Haus der Geschichte“ in ohnehin schon besetzten Gebäuden unterzubringen. In der Geschichte von Steinhof spiegelt sich die Geschichte Österreichs. Hier ist Platz für Geschichte.

Kommentar:

Hans Christian Schick: Finde deinen Vorschlag sehr gut, Steinhof, ein Ort der Geschichte. Ich kann mir ja gar nicht vorstellen, dass alle Exponate und die Forschung, die es ja auch geben soll, genügend Platz haben werden in der Innenstadt. Man könnte das Haus der Geschichte ja auch teilen, in der Stadt ein Haus der Republik, und in Steinhof ein lebendiges Haus der österreichischen Geschichte, mit Instituten, Sammlungen und Lehre. Auch die Säle für Veranstaltungen jeder Art gäbe es, für Kultur und Bildung. Originalschauorte des Gedenkens, der lichten und der dunklen Seiten unseres Seins und Wirkens. Der Ort selbst veranschaulicht geographisch, klimatisch und durch seine natürlichen Gegebenheiten sehr klar die Nahtstelle zwischen dem alpinen Raum und dem Tiefland des Ostens, der Grund für die Wahl und Bedeutung Wiens als Ort und Zentrum der historischen Entwicklung Österreichs. Die Verbindung zwischen dem Zentrum Europas und seinem Südosten. Der Ort verbindet Kultur, Geistesgeschichte und Grauen,Menschlichkeit und Ökonomie, Elend und Heilung, schlägt die Brücke zwischen Weitblick und provinziellem Kleingeist, Mäzenatentum und Gewinnstreben. Insofern kann man die negativen Einschnitte der jüngsten Zeit ja auch als Anschauungsmaterial und Teil unserer Geschichte thematisieren, aber jetzt muss Schuss sein, es reicht. Konzentrieren wir uns lieber wieder auf das Gute, auf das Positive, und überlassen wir Steinhof nicht den Geschichtsverweigerern, den urbanistischen Leichenfledderern und der Politikmafia.


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