Bürgerinitiative „Steinhof als Gemeingut erhalten und gestalten“

„Für die Ärmsten das Schönste“, dieses Motto des Erbauers,
sollte auch weiterhin Maßstab für die Zukunft des
Otto Wagner Spitals am Steinhof sein.

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Vergangenheitsbewältigung Ö1 Steinhof

veröffentlicht am 13. Januar 2020 | von Bürgerinitiative Steinhof

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Orte mit dunkler Vergangenheit

Ö1 Steinhof

https://radiothek.orf.at/oe1/20200112/585559

Ambiente. Noch 7 Tage nachzuhören. Eine Radiosendung von Ö1 über verdrängte Orte.

Es beginnt mit der Insel San Vervolo in Venedig, einer ehemaligen psychiatrischen Klinik mit dunkler Vergangenhait, die heute als Universitätsstandort genutzt wird. Die Parallele zu Steinhof ist deutlich genug, um die Sendung (7 Tage nach)zu hören.

Was tun mit Orten, an die zu erinnern auch unangenehm ist ? Gedenkstätte oder Vergangenheit verschweigen ?

Einen Kindergarten in der ehemaligen Pathologie einzurichten, war der ursprüngliche plan der GESIBA. Also die dort lagernden Behälter mit den Gehirnen der in der NS-Zeit ermordeten Kinder wegräumen, die Vergangenheit verschweigen und vielleicht durch Kinderlachen zu „reinigen“. Doch wer mag sein Kind in einen solchen Kindergarten schicken ? Verschweigen wäre wohl der wahrscheinlichere Lösung gewesen.

Jetzt haben wir die Chance dort eine Gedenkstätte einzurichten, an dem die wechselvolle Geschichte von Steinhof erfasst, erforscht und präsentiert werden kann.

Was geschieht mit der Forensik, der noch in Betrieb befindlichen Abteilung für geistig abnorme Rechtsbrecher ? Die ist noch in Betrieb. Betrieben vom Krankenanstaltenverbund der Stadt Wien – mehr als kostendeckend, wie wir hören. Sie wurde an die GESIBA vergeben. Diese will sie auflösen und Wohnungen daraus machen.

„Die Justiz stirbt einen langsamen Tod“ formulierte der letzte Justizminister. Es sind heuer 90 Millionen mehr nötig, als im Budget vorgesehen, nur um den laufenden Betrieb aufrecht zu erhalten. Und hier soll eine funktionierende mit allen teuren Einrichtungen versehene Einrichtung zerstört werden ?

Sollen die Wohnungen an ausgewählte Personengruppen unter dem Titel „Wohnen im Gefängnis“ vermietet werden ? Vielleicht als Übergangswohnheim ?

Spaß beiseite. Die Debatte ist mit der Neufestsetzung des Flächenwidmungsplans nicht abgeschlossen. Auch wenn die GESIBA und der mit ihr verflochtene politische Komplex im Rathaus die Empfehlung der ExpertInnengruppe ignoriert hat und nicht, wie empfohlen, auf den letzten möglichen Bauflächen „nutzungsoffene“ Gebäude errichtet hat, sondern Betonwohnungen, die nie anders genutzt werden könnne, so ist in Sachen Forensik eine Debatte unbedingt nötig.

Sie ist noch nicht zerstört !

Können wir es uns leisten, in dem denkmalgeschützten Therapie-Gefängnis mit Bewegungshof und umgebender Gefängnismauer Wohnungen zweifelhafter Qualität zu errichten, wenn gerne solche Einrichtungen dringend gebraucht werden und der Justiz die Mittel zu ihrer Neuerrichtung fehlen ? Und es gibt noch andere Einrichtungen auf dem Gelände, bei denen wir uns die selbe Frage stellen.

Wir freuen uns über den vorliegenden Vorschlag für einen geänderten Flächenwidmungsplan, aber die Debatte geht weiter, muss weiter gehen.

Weiter Themen:

Betriebergesellschaft – Stiftung ?

Verkehrserschließung – zur U3 und zum Bahnhof Hütteldorf mit Elektrobussen, die durch das Gelände fahren.

……….

Die Debatte darf nicht, wie bisher, nur hinter dicken Rathausmauern geführt werden; sie muss in engem Kontakt mit der politischen Repräsentanz in den betroffenen Bezirken und im Austausch mit der Bevölkerung geführt werden. Transparenz soll nicht nur ein Schlagwort der neuen Bundesregierung sein. Sie muss auch in Wien gelebt werden.


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