Bürgerinitiative „Steinhof als Gemeingut erhalten“

„Für die Ärmsten das Schönste“, dieses Motto des Erbauers,
sollte auch weiterhin Maßstab für die Zukunft des
Otto Wagner Spitals am Steinhof sein.

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Stadt Wien Plan Steinhof

veröffentlicht am 28. November 2015 | von Bürgerinitiative Steinhof

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Steinhof Areal: Offener Brief an die neue Stadtregierung

Betrifft: Otto Wagner / Steinhof Areal

Im direkten Gespräch mit der Stadtregierung konnten beste Voraussetzungen für einen einzigartigen, am gesellschaftlichen Bedarf orientierten neuen Stadtteil erreicht werden. Entgegen der Absicht, das Areal zu zerteilen, zu verkaufen und mit tausenden Wohnungen zu verbauen, ist heute der Verbleib in öffentlicher Hand beschlossene Sache. Ein Flächenwidmungsplan, der eine Verbauung des Hauptteils des OWS verbietet, ist in Vorbereitung. Wir erwarten von der neuen Stadtregierung, dass sie sich an diesbezüglich gemachte Zusagen hält.

Diskussionspunkt Wirtschaftsareal:

Das Wirtschaftsareal, das immer auch Therapiezwecken diente und als solches gerade weiter ausgebaut wird (VAMED), beherbergt wertvolle Therapieeinrichtungen. Die dort befindlichen letzten Baulandreserven mit zehn Gesiba-Wohnblöcken zu verbauen und bestehende Therapie-Pavillons zu Wohnungen umzuwandeln wäre ein großer Fehler und würde Entwicklungschancen für die nächsten Jahrzehnte beeinträchtigen.

Entwicklungschancen:

Der bisher eingeschlagene Weg der Veräußerung nicht mehr medizinisch genutzter Bereiche wurde korrigiert. Die Ansiedlung der VAMED war ein Zeichen, dass es auch weiter medizinische Nutzung in dem Areal geben wird. Grundlegende Weichen für die Entwicklung im medizinischen Bereich müssen jetzt gestellt werden. Zwei unterschiedliche Denkmodelle bieten sich an:

Ein neoliberal-kapitalistischer Weg:

Gebäude und Flächen für medizinische Nutzung werden an private, kapitalistisch handelnde Medizinunternehmungen mit langfristigen Nutzungsverträgen vergeben. Im Fall der VAMED ist das z.B. geschehen. VAMED ist eine weltweit aktive Aktiengesellschaft, die ihren Aktionären verpflichtet ist und in erster Linie Gewinn zu machen hat (im Fall Steinhof auf ursprünglich öffentlichen Flächen, mit Beiträgen der öffentlichen Versicherungen).

Ein gemeinwohlorientierter Weg:

Es gibt Konzepte von im Gesundheitsbereich tätigen Personen und Firmen, die nicht nur interessiert sind, sondern bereits ausgearbeitete Konzepte haben. Das OWS soll im Rahmen einer gemeinwohlorientierten Stiftung zu einem „Gesundheitsdorf“ entwickelt werden, wie es weltweit einzigartig wäre. Dort könnten neben schulmedizinischen Angeboten Ganzheitsmedizin- und Gesunderhaltungsprogramme und AnbieterInnen, unter Einbeziehung von Kunst, Kultur und Natur als tragende Aspekte der Heilung, des Heil-Werdens, beheimatet werden. Gewinne sollten in Fortsetzung der ursprünglichen Tradition des OWS nicht an Shareholder abfließen sondern in den Ausbau der Anlage und für nicht kostendeckend zu betreibende medizinische und Gesundherhaltungs-Angebote verwendet werden.

Wir fordern die neue Stadtregierung auf, diese Alternativen in Form von konstruktiver Kooperation genauestens zu prüfen. Zumal die Entwicklungen in vielen europäischen Staaten es fraglich erscheinen lassen, ob der bisherige Weg dauerhaft weiter verfolgt werden kann, ohne große Teile der Bevölkerung von einer erstklassigen Gesundheitsversorgung auszuschließen.

Das OWS bietet die Chance für neue Wege in der Gesundheitsversorgung, für ein Zusammenwirken verschiedener medizinischer Ansätze, für ein Zusammenwirken der „Welt-Medizin“ aus verschiedenen Kontinenten und Traditionen. Die Größe der Anlage und die schrittweise Leerung bietet die Chance Neues organisch wachsen zu lassen. Diese Chance darf Wien nicht ungenutzt lassen.

Wolfgang Veit, Christine Muchsel für die BI Steinhof-gestalten.
www.steinhof-gestalten.at
Verein „Steinhof als Gemeingut erhalten und gestalten“
Facebookgruppe „Steinhof als Gemeingut erhalten und gestalten“
Mail an: steinhof@gmx.at


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