Bürgerinitiative „Steinhof als Gemeingut erhalten“

„Für die Ärmsten das Schönste“, dieses Motto des Erbauers,
sollte auch weiterhin Maßstab für die Zukunft des
Otto Wagner Spitals am Steinhof sein.

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Allgemein

veröffentlicht am 23. August 2017 | von Wolfgang Veit

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Hannes Minich ist gestorben.

Sein Leben war eng mit Steinhof verbunden. Beim Kampf gegen die Verbauung der Steinhofgründe ist er – obwohl Magistratsbediensteter, und das war im damaligen politischen Klima nicht leicht – offen gegen die Verbauung der Steinhofgründe eingetreten. Später wurde er der Förster des westlichen Wienerwaldes – incl. Steinhofgründe. Seiner Initiative ist es zu danken, dass auf den Steinhofgründen an zwei Stellen daran erinnert wird, dass diese heute nicht mehr wegzudenkende Erholungsfläche der erfolgreichen Aktivität einer Bürgerinitiative zu verdanken ist. Eine seiner Letzten Aktionen vor seiner Pensionierung war die Pflanzung hunderter Obstbäume alter Sorten im sog. Obstgarten der Steinhofgründe, womit die Bepflanzug wieder dem Originalzustand angenähert wurde.
So manche neue Idee wurde durch seine Aktionen publik und – oft nach Jahrzehnten erst – anerkant. So z.B. die Idee der Fassadenbegrünung. Die gerichtliche Klage der Wohnbaugesellschaft (Sozialbau) gegen den von seinem Balkon über die Fassade wachsenden Veitschi hat er verloren. Die Diskussion über den Wert von Fassadenbegrünungen wurde dadurch angestoßen und die von Veitschi überwachsenen Stadtbahnbögen bis zu heutigen Fürderungen von Fasadenbegrünungen sind erfreuliche Folgewirkungen.
Auf Flugblättern gegen das Atomkraftwerk Zwentendorf aus dem Jahr 1978 ist sein Name ebenso zu finden, wie in Artikeln über den ungeschmälerten Erhalt des Botanischen Gartens in Schönbrunn 2017. Auffallend ist, dass Berichte über ihn und sein Wirken vor allem in Bezirkszeitungen zu finden sind. Er war kein Politiker, aber er war ein politischer Mensch. Es interessierte ihn nicht der Ein- und Aufstieg in den Institutionen der Politik obwohl er sie und ihre Spielregeln kannte, sondern er wirkte lieber im Kontakt mit Menschen und Initiativen, denen er mit seinem Wissen und seiner Tatkraft zur Seite stand. Der Wiener Naturschutzbund, dessen Präsident er war, gab für ihn den institutionellen Rahmen für seine Liebe zur Natur und sein Bemühen um ihre Erhaltung ab.
Hannes Minich ist gestorben, vieles hat er bewirkt – für die Natur und für uns. Daran erinnern sich deine Freunde – eine zeitlang, bis Gras darüber wächst.

Hannes Minich


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