Bürgerinitiative „Steinhof als Gemeingut erhalten und gestalten“

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sollte auch weiterhin Maßstab für die Zukunft des
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Otto Wagner Spital

veröffentlicht am 8. November 2013 | von Bürgerinitiative Steinhof

Bericht über das Ergebnis des OWS-Testplanungsverfahren

Von Christine Muchsel.

Am 06.11. wurde im Rahmen einer Pressekonferenz das Ergebnis des OWS-Testplanungsverfahrens, später Entwicklungsplanung genannt, vorgestellt.

Die Präsentation übernahmen drei Architekten des Expertengremiums, Krischanitz, Luchsinger und Steiner. Unter der Leitung des Expertengremiums waren sechs ausgewählte Architektenteams mit der Umsetzung der Aufgabenstellung betraut worden, “ potentielle Baufelder und deren Gestaltung im Ostteil auszuloten.“

In einem Bebauungsvorschlag wurden viergeschossige, in Sichtziegelbauweise errichtete Bauten auf elf definierten Baufeldern präsentiert. 160 Wohneinheiten mit etwa 20.00m2 Bruttogeschoßfläche und maximal 16m Gebäudehöhe, eine gewaltige Reduktion gegenüber dem ursprünglichen Gesiba-Projekt mit 620 Wohnungen und

62.300m2 Bruttogeschoßfläche, wie die Architekten betonten. “ Aufgrund des nach wie vor fehlenden Nachnutzungskonzeptes wurden… Wohnstrukturen mit Hauptaugenmerk auf Sonderwohnformen untersucht, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein. Zusätzlich könnten durch Umnutzung der denkmalgeschützten Wirtschaftsgebäude 100 Einheiten realisiert werden; andere Nachnutzungen wären ebenso denkbar.“

Generell soll der Bestand sowie die denkmalgerechte Pflege der historischen Grünanlagen auch in Zukunft garantiert werden, dem Verbauungsvorschlag würden etwa 100 Bäume zum Opfer fallen. Durch Bündelung diverser Einfahrten im Osten soll die jetzt mehrfach durchbrochene Umfriedungsmauer an einer Stelle denkmalgerecht zurückgebaut werden. Das Vamed-Zentrum bedarf mehrerer städtebaulich-architektonischer Korrekturen. Das Pathologie-Gebäude soll einer Nutzung als Museum/Gedenkstätte zugeführt, das Fleischereigebäude eventuell als „Kinderhaus“ genutzt werden. Auch der historische Bauteil des Heizkraftwerkes soll erhalten bleiben, wobei eine Nutzung für gemeinschaftliche Infrastruktur denkbar ist.

Die Vorschläge werden der Stadtregierung übergeben, was damit geschieht ist eine politische Entscheidung.

Der Aufgabenstellung “ potentielle Baufelder und deren Gestaltung auszuloten “ ist das Expertengremium somit umfassend nachgekommen.

Dem Wunsch der Stadt Wien, diese 160 möglichen Wohneinheiten umgehend zu errichten, widerspricht allerdings einiges. Die Aufgabenbeschreibung zur Entwicklungsplanung sprach vom „Freispielen von Nutzungsreserven“ für zukünftige Entwicklungen am OWS , die Bedachtnahme des „funktionalen Zusammenhangs des Ostens mit dem Gesamtareal“ gehört zu den grundsätzlichen Forderungen. Wie kann es also dazu kommen, dass diese Nutzungsreserven umgehend, ohne Vorliegen eines Gesamtkonzeptes, für Wohnungen verbaut werden sollen ? Der massive politische Wunsch nach Privatwohnungen steht nach wie vor im Raum, auch wenn seitens des Expertengremiums gerne von flexibel zu gestaltenden Sonderwohnformen gesprochen wird. In einer dem Vortrag folgenden Diskussion wurden u.a. diese Themen sowie das fehlende Verkehrskonzept ausführlich angesprochen. Die vortragenden Experten betonten in diesem Zusammenhang mehrmals, der Plan einer unmittelbaren Verbauung sowie die letztendliche Nutzung wären rein politische Entscheidungen und stünden mit ihrem Auftrag in keinem Zusammenhang.

Leider war keine Ansprechperson aus den Reihen der politischen EntscheidungsträgerInnen anwesend. Und ganz offensichtlich fühlten sich die referierenden Architekten in diesen Diskussionen nicht wohl in ihrer plötzlichen Rolle als „Reibebaum zwischen den Fronten“. Es bestätigte sich damit wieder die Notwendigkeit einer großen Bürgerversammlung, in der die Menschen ihre zahlreichen Fragen von kompetenten VertreterInnen der Stadtregierung beantwortet bekommen.

Die Bürgerplattform Steinhof hat diese Bürgerversammlung längst eingefordert. Seitens der Stadt Wien gibt es dazu noch keine Zusage, die Bezirksvertretung des 14.Bezirks hat allerdings diesbezüglich bereits einen einstimmigen Beschluss gefasst.


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