Bürgerinitiative „Steinhof als Gemeingut erhalten und gestalten“

„Für die Ärmsten das Schönste“, dieses Motto des Erbauers,
sollte auch weiterhin Maßstab für die Zukunft des
Otto Wagner Spitals am Steinhof sein.

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Bürgerinitiative

veröffentlicht am 7. Januar 2014 | von Bürgerinitiative Steinhof

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Positionspapier der BI Steinhof

Wichtigstes Ergebnis der Mediation war die Einsetzung einer ExpertInnenkommission, die den Auftrag hatte, nach kunsthistorischen, ökologischen und stadtplanerischen Kriterien prüfen, ob eine Verbauung im Osten der Anlage denkbar ist und, wenn ja, wo und in welchem Ausmaß.
Die ExpertInnen haben es bestätigt:

Im gesamten Bereich westlich des Wirtschaftsareals darf nichts gebaut werden, bei Umbauten ist der Denkmalschutz zu beachten.
Wunderbar. Diese bisher unverbindliche Absichtserklärung muss aber erst in verbindliche rechtliche Form (FWPBP) gegossen und beschlossen werden. Ansonsten bleibt es ein unverbindlicher Expertenrat.

Die gesamte Anlage soll im öffentlichen Eigentum bleiben und gemeinsam verwaltet werden.
Sehr sinnvoll. Auch hier sind rechtliche Festlegungen zu treffen, bevor es als Tatsache zu werten ist. Ergänzend sagen wir: Die Anlage soll weiterhin öffentlichen und sozialen Zwecken dienen.

Dem Park mit dem Parkpflegewerk besondere Aufmerksamkeit zu schenken findet natürlich auch unsere Zustimmung.

Was geschieht im Osten ?
Das Ergebnis des Planungsverfahrens stellt zwar eine Verbesserung gegenüber den ursprünglichen Absichten dar, doch sehen wir es trotzdem kritisch:
Entgegen dem Mediationsergebnis war kein Ökologe in das Verfahren einbezogen und wurden diesbezügliche Fragen nicht geprüft.

Die 6 Architektenteams haben mögliche Baufelder und Bauformen ermittelt.
Eine Überprüfung der Vereinbarkeit mit einer Erklärung zum Weltkulturerbe ist nicht erfolgt. Nimmt man die Empfehlung der ExpertInnen westlich des Wirtschaftsareals nichts zu verbauen ernst, dann ist dieser Wirtschaftsteil die letzte Reservefläche für allfällige Ergänzungsbauten, die zukünftige Nutzer brauchen könnten. Diese Reserveflächen sollten nicht verbaut werden, bevor es überhaupt Ideen für die Zukunft der Gesamtanlage gibt.

Privatwohnungen im OWS ?
Jede Privatisierung der seit über 100 Jahren der Allgemeinheit gehörenden Anlage lehnen wir ab.

Das gilt für Eigentumswohnungen ebenso wie für langfristige Nutzungs- oder Mietverträge. Nach der vorliegenden Planung ist mit insgesamt (Neubau + Wohnungsbau in bestehenden Gebäuden) 300 bis 400 Wohnungen zu rechnen. Das bedeutet etwa 800 zusätzliche Autofahrten täglich. Es liegt bisher kein Konzept für die äußere und innere Verkehrserschließung vor.

Nutzungskonflikte zwischen einzelnen Nutzungen sollten vermieden werden: Im Osten sind Therapieeinrichtungen vorhanden (orthopädische Rehabilitation, Reittherapie mit dem großen Pferdestall, die unter Denkmalschutz stehende und therapeutisch zu nutzende Gärtnerei, Werkstätten, Forensik, Notschlafstelle, Übergangswohnheim, ……) und es ist eine Schule geplant. Wohnungen in unmittelbarer Nähe bzw. zwischen diesen Einrichtungen würden unweigerlich zu Konflikten führen, bei denen die Schwachen und Randgruppen (Kinder, Patienten, Obdachlose,..) das Nachsehen hätten. Mediziner diverser Sparten haben bedarfsorientierte Nutzungskonzepte vorgelegt. VertreterInnen aus den Bereichen Kinder- und Jugendtherapie sowie Kinder- und Jugendrehabilitation beklagen seit Monaten über sämtliche Medien das bittere Fehlen dringend notwendiger Einrichtungen. Wo, wenn nicht hier, wäre der ideale Platz dafür ?

Eine Aufteilung des gesamten Areals in verschiedene Nutzungszonen ist in den bisherigen Planungen nicht erfolgt, da nicht eine Gesamtsicht versucht wurde, sondern nur festgestellt wurde, wo unter Umständen in etwas verträglicherer Form die geplanten Wohnungen untergebracht werden können. Diese Vorgangsweise ist zu einseitig und dient nur dem Interesse der Wohnbaugesellschaft.

Von der Bevölkerung und den Bürgerinitiativen wird, als Akt der Fairness und der Vernunft, endlich “ Kompromissbereitschaft “ eingefordert. Allerdings kann ein sinnvoller Kompromiss nur bei Vorlage unterschiedlicher, jedoch vernünftiger Pläne erfolgen.
Das OWS ist ein kranker Elefant, dem nach Auszug des Spitals das Leben abhandenkommt. Das OWS braucht keine Großwildjäger, die sich eine Trophäe herausreißen und den Rest liegen lassen. Das OWS braucht eine sensible ganzheitliche Sichtweise.

Der Wohnungsbau im Osten ist allein dem Umstand geschuldet, dass die Wohnbaugesellschaft Gesiba bereits Rechte erworben hat – zu einem Zeitpunkt, als noch kaum über den Wert und die Zukunft der Anlage nachgedacht worden war. Ein Fehler, der heute nach all den Diskussionen nicht mehr gemacht würde. Ihn zu korrigieren scheint die Politik nicht bereit zu sein.

In der Mediation wurde eine Vielzahl anderer Nutzungen außer Streit gestellt, die vorrangig verfolgt werden sollten. Bürgermeister Zilk hat mit der großzügigen Überlassung des alten AKH an die Universität der Wissenschaft einen großen Dienst erwiesen und sich ein Denkmal gesetzt. Bürgermeister Häupl könnte der Stadt und dem Land mit der unzerstörten Erhaltung des Otto-Wagner Spitals am Steinhof einen ebenso großen Dienst erweisen und seinen Namen für alle Zeit mit diesem Projekt verbinden.

BI Steinhof


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